Psychobiographisches Pflegemodell nach Prof. Erwin Böhm
Grundlage bildet die Biographie des Menschen und insbesondere seine Prägungsgeschichte, d.h. ehemalige(r) Beruf/ Tätigkeit, Wohn- Lebenssituation, prägende Ereignisse/Erlebnisse, Soziales, Kommunikationsverhalten, Sprache etc. werden erfasst und bei der Planung und Gestaltung der Betreuung berücksichtigt.
Ziel des psychobiographischen Pflegemodells nach Erwin Böhm ist es, den betagten Menschen zu stabilisieren und zu reaktivieren.
Aktivierende Pflege ist ein Pflegeansatz mit dem Ziel die Eigenverantwortlichkeit der betreuten Person zu erhalten.
Reaktivierende Pflege ist ein Impuls zur Wiederbelebung der Altersseele.
Reaktivierende Pflege heißt auch wieder aufzurufen, was einmal eine aktive Funktion war.
Sein Modell fordert ein vertieftes Pflegeverständnis durch die intensive Auseinandersetzung mit der Biographie der Betroffenen. Hier ist Professionalität und Kreativität der Pflege gefordert.
Ziel des Pflegemodel
Wiederbelebung der Altersseele: „Vor den Beinen muss die Seele bewegt werden!“
Eine Reaktivierung bei Patienten im Destruktionstrieb und Rückzug.
Eine Symptomlinderung ohne Einsatz von Psychopharmaka.
Eine Erhöhung des Selbstwertgefühls bei betagten Menschen.
Eine Verbesserung der Pflegequalität durch „seelische Pflege“.
Durchsetzung von den Menschenrechten.
Verringerung der Pflegestunden.
Eine deutliche Erhöhung der Arbeitszufriedenheit.
Eine Kostensenkung (Krankenstände, Materialkosten, Psychopharmaka, usw.) bei gleichzeitiger Qualitätssteigerung.
Erwin Böhm unterscheidet sieben emotionale Erreichbarkeitsstufen, indem sich der Pflegebedürftige befinden kann:
Sozialisation
„Mutterwitz“
Seelische und soziale Grundbedürfnisse
Prägungen
Triebe
Intuition
Urkommunikation
Pflege bezieht sich auf den betagten Menschen mit psychischen Belastungen, da Demenz, Alzheimer Erkrankungen im Zunehmen sind.
Böhm: „ Verwirrt nicht die Verwirrten“

